Kinderrechte
Der Kinderschutzbund setzt sich für die Rechte von Kindern ein – denn alle Kinder haben Rechte. Grundlage unserer Arbeit ist die UN-Kinderrechtskonvention, die 1989 von den Vereinten Nationen verabschiedet wurde. Sie gilt heute weltweit als zentraler Maßstab für den Schutz, die Förderung und die Beteiligung von Kindern. Alle Staaten der Welt haben die Konvention ratifiziert – mit Ausnahme der USA. Deutschland hat die UN-Kinderrechtskonvention 1992 anerkannt und sich damit verpflichtet, Kinderrechte umzusetzen und zu schützen.
Um den Kinderrechten eine stärkere Bedeutung zu geben, ist es unser Ziel, dass Kinderrechte im Grundgesetz verankert werden.
Kinder haben Rechte!
Kinder sind keine kleinen Erwachsenen. Sie befinden sich in einer besonderen Entwicklungsphase und brauchen deshalb eigene Schutz-, Förder- und Beteiligungsrechte. Die allgemeinen Menschenrechte reichen dafür nicht aus. Die UN-Kinderrechtskonvention definiert daher 41 spezielle Rechte, die die Bedürfnisse und Interessen von Kindern in den Mittelpunkt stellen.
Den vollständigen Wortlaut der UN-Kinderrechtskonvention können Sie hier nachlesen.
Kinderrechte brauchen Sichtbarkeit
Kinderrechte müssen bekannt sein, um wirksam zu werden. Ein wichtiges Zeichen dafür ist der Platz der Kinderrechte in Schwerin. Er macht deutlich: Kinder gehören in die Mitte unserer Gesellschaft. Ähnliche Plätze entstehen bundesweit auf Initiative regionaler Kinderschutzbünde. Diese Plätze erinnern Erwachsene ebenso wie Kinder und Jugendliche daran, dass Kinder eigenständige Persönlichkeiten mit eigenen Rechten sind – und dass wir alle Verantwortung dafür tragen, diese Rechte zu achten und umzusetzen.
Warum es so wichtig ist, Kinderrechte zu kennen
Kinderrechte betreffen uns alle – sie prägen den Alltag von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen.
Für Kinder und Jugendliche bedeutet es, dass sie wissen: Sie haben Rechte, ihre Meinung zählt und sie werden ernst genommen. Dieses Wissen stärkt ihr Selbstbewusstsein und ihre Fähigkeit, sich für sich selbst und andere einzusetzen. Sie können erkennen, wenn ihre Rechte verletzt werden, und wissen, dass sie Unterstützung und Hilfe bekommen. Das fördert nicht nur ihre Sicherheit, sondern auch ihre Selbstbestimmung und ihr Verantwortungsbewusstsein.
Für Erwachsene bedeutet es, dass sie eine wichtige Rolle bei der Umsetzung der Kinderrechte einnehmen. Sie tragen die Verantwortung, Kinder zu schützen, sie in ihrer Entwicklung zu unterstützen und sie aktiv an Entscheidungen zu beteiligen, die sie betreffen. Wer Kinderrechte kennt, trifft bewusster Entscheidungen, die den Bedürfnissen von Kindern gerecht werden, und kann sie in ihrer Entfaltung besser begleiten.
Auch Politik und Gesellschaft sind gefordert: Gesetze, Regelungen und Rahmenbedingungen sollten konsequent am Wohl der Kinder ausgerichtet sein. Wenn Kinderrechte ernst genommen werden, entsteht eine Gesellschaft, in der Kinder nicht übersehen oder benachteiligt werden, sondern als eigenständige Persönlichkeiten respektiert werden. Das stärkt langfristig die Demokratie, die soziale Gerechtigkeit und das Zusammenleben aller Generationen.
Projekt "Kinderrechtemobil"
Um die Kinderrechte in Mecklenburg-Vorpommern bekannter zu machen und insbesondere mit Kindern und Jugendlichen über ihre Rechte ins Gespräch zu kommen, haben wir das Projekt "Kinderrechtemobil" initiiert.
Zehn zentrale Kinderrechte - Kurz erklärt
Bitte klicken Sie auf das jeweilige Kinderrecht, um sich die Erklärung anzeigen zu lassen:
Gleichheit
Alle Kinder haben die gleichen Rechte, egal welche Sprache sie sprechen, welches Geschlecht sie haben oder woran sie glauben. Kein Kind soll ausgeschlossen oder ungerecht behandelt werden, weil es anders ist.
Elterliche Fürsorge
Eltern sollen sich gut um ihre Kinder kümmern. Sie sorgen dafür, dass das Kind genug zu essen und zu trinken hat sowie sicher lebt. Wenn die Eltern getrennt leben, dürfen Kinder zu beiden Kontakt haben.
Privatsphäre
Kinder haben das Recht, Dinge für sich zu behalten. Niemand darf ihre Nachrichten lesen oder ihr Tagebuch anschauen, ohne zu fragen. Auch Bilder sind privat und dürfen nicht ungefragt gemacht und versendet werden.
Schutz vor Gewalt und Ausbeutung
Niemand darf einem Kind wehtun oder es berühren, wenn es das nicht möchte. Auch Kinderarbeit ist verboten. Alle Kinder sollen sich sicher fühlen und in der Not Hilfe erhalten.
Freizeit, Spiel und Erholung
Kinder brauchen Zeit zum Spielen und Ausruhen. Sie sollen auch genug Möglichkeiten haben, sich in ihrer Freizeit zu beschäftigen. Zum Beispiel können sie Hobbys ausüben oder auf einem Spielplatz spielen.
Schutz im Krieg und auf der Flucht
Alle Kinder haben das Recht darauf, im Krieg besonders geschützt zu werden. Wenn Kinder aus ihrer Heimat flüchten müssen, soll ihnen geholfen werden. Auch für sie gelten die Kinderrechte.
Besondere Fürsorge und Förderung bei Behinderung
Kinder mit einer Behinderung sollen die gleichen Chancen wie andere Kinder haben. Sie sollen unterstützt werden und Hilfsmittel bekommen (z. B. einen Rollstuhl), damit sie wie alle anderen Kinder überall mitmachen können.
Gesundheit
Alle Kinder sollen gesund aufwachsen. Das bedeutet, dass sie sauberes Wasser, gesundes Essen, Kleidung, ein sicheres Zuhause und eine saubere Umwelt haben. Sie sollen auch zum Arzt gehen können, wenn sie krank sind.
Freie Meinungsäußerung, Beteiligung und Informationen
Kinder haben das Recht, etwas über Themen zu lernen, die sie interessieren. Zum Beispiel können sie das mithilfe des Internets oder von Büchern.
Ihre Meinung ist wichtig und soll gehört und ernst genommen werden. Zum Beispiel können sie eine*n Klassensprecher*in wählen.
Bildung
Alle Kinder sollen die Möglichkeit haben, zur Schule zu gehen und zu lernen. Wenn sie Unterstützung brauchen, soll ihnen dabei geholfen werden.